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Das Problem vieler meiner Altersgenossen ist die Überflutung der Reize mit Extremen.
Sei es im Bereich der Gewalt, des Sexes oder der Möglichkeiten des Lebens. Mehr denn je stehen jedem Jugendlichen
mehr Türen auf als je zuvor. Jeder, der etwas erreichen will, kann dies tun, kann seine Ideen und Vorstellungen
verwirklichen. Doch dieser Weg ist hart und anstrengend. Viel zu anstrengend, um ihn zu gehen. Vergleichsweise
einfach scheint es hingegen zu sein, sich einer neuen Umwelt und Realität zu öffnen. Jedoch verlieren
sich zu viele in ihr und aus dem Paradies wird schneller als gedacht, dass was es ist, eine harte Welt, eine scheiß
Realität.
Buddha sagt das Leben leid ist und Leid Leben. Dem zu entkommen scheint das Hauptziel vieler junger und zielloser
Menschen zu sein. Man betäubt sich gern, wenn einen alles ankotzt und in einer polytoxihomanen Welt gibt es
dafür viele Möglichkeiten zum Beispiel Alkohol, Valium, Amphetamine. Die Liste der Stoffe die uns eine
bessere Welt versprechen ist endlos.
Ein Großteil der Drogenkonsumenten beginnt ihre zweifelhafte Karriere in einem Stadium, in dem der Geist,
die Seele meist nicht entwickelt sind.
"Auf XTC kann man besser auf Menschen zugehen." sagte ein Kandidat im Video, doch ohne traut er sich
vielleicht nicht mal beim größten Harndrang die Frau der Tankstelle nach dem Schlüssel fürs
Klo zu fragen.
Die Suggestion des Selbstwertgefühls ist wohl die größte Gefahr und der größte Anreiz
der Droge gleichermaßen. Viele Kameraden dieser Generation fühlen sich toll, stellen sich über
alles und jeden. Wenn sie aufwachen ist es meist zu spät und sie finden sich als Egomanen in einer Ellenbogengesellschaft
wieder und verstehen nicht, warum nicht alle sie für den Tollsten halten. Normen und Werte (welche auch bedenklich
sind) gelten für sie nicht. Was zählt ist der Tollste zu sein. Der Typ der die meisten "Chics"
abschleppt, der die meisten "Teile" frisst, sich die Birne zuballert bis zum "getno".
Der Extremste zu sein, der Egoistischste, der Beste, danach strebt der Mensch seitdem er lebt. Doch zu erkennen,
dass es lange dauert bis sich jemand für einen interessiert passiert selten. Und so wird man in seinem Mikrokosmos
eben der King. Gerade beim XTC beziehungsweise elektronischen Musikszene spricht man oft von Gemeinschaft und "Communiti",
doch wie soll das gehen, wenn jeder in seiner Welt lebt? Die "Communiti" ist die Droge, das verbindende
Element. Das Fiebern auf den nächsten "Flash" lässt die Arbeit leichter werden.
Am Wochenende werden Probleme lieber betäubt als angepackt, solang wie Körper und Seele das noch mitmachen.
doch das Leben ist eine Aneinanderreihung von großen und kleinen Problemen, von Entscheidungen, welche zu
übergehen und zu betäuben nur dazu führt, dass sie in einem neuen Gewand wieder auftauchen.
Die Partygesellschaft suggeriert uns, dass man den ganzen Stress vergessen kann, sich den Frust von der Seele tanzen
kann, nur mit welchem Zweck? Um die gleiche Scheiße die nächste Woche wieder zu ertragen? Bis irgendwann
nur noch eine ordentliche Dosis "Shore" aus dem Klumpen "Biberkacke" eine wunderschöne
sorglose Welt entstehen lässt?
Die meisten der Konsumenten sind Kinder, jedoch sollte der Umgang mit Drogen bewusst und wissend erfolgen. Der
"Flash" ausgelebt, das Gefühl genossen werden, eine Art Hobby sein. Die harte Realität jedoch
aus den Augen zu verlieren, ist ein großer Fehler. Aus persönlichen Erfahrungen, weiß ich, dass
ein betäubtes Leben ein Scheißleben ist, ein Gefangener seiner selbst und dessen zu sein, was ein geschundenes
Gehirn verarbeitet ist kein Spaß mehr, das ist Leid. Doch der Mensch irrt solange er lebt und es ist wichtig
daraus zu lernen und seine Erfahrungen positiv zu verarbeiten.
Was den Rest der Kids der heutigen Zeit angeht, sie stehen so auf XTC weil es ein unheimlich cooles Bild suggeriert,
es Spaß haben lässt.
Allerdings gibt es auch positives über Drogen zu sagen, nur zu XTC nicht (in meinen Augen). Für mich
ist es eine "Teufelsdroge" in Kinderhänden. Doch es gibt auch erleuchtende Drogen, wahre göttliche
Drogen, die schon sehr lange Zeit viele gute Menschen zudem machten was wir heute Propheten, Weise, ja Götter
nennen. In vielen Religionen ist Hanf die Grundlage der Gotterfahrung. Es dient als Begleiter in höhere Bereiche.
Singha Samshere, der "Löwe von Nepal" sagt dazu "Wer den Hanf nur raucht, um berauscht zu werden,
und wer den Rausch nur als einen Zustand sieht und nicht als Gefährt in die Räume größerer
Einsicht, versteht uns nicht."
Der Umgang und das Maß jedoch sind auch bei dieser Droge entscheidend.
Ein persisches Gesicht am Anfang des 12. Jahrhunderts in dem sich die Drogen (meist im Wein und Haschisch) "bekämpften",
endet mit einer Übereinstimmung: "Ißt du Haschisch, wird dein Verstand nicht vermehrt, ißt
du es nicht, wird die Welt auch nicht besser. Ißt du wenig, wird Trauer in Lachen verkehrt, aber zu viel
wird ein glühendes Messer. Ein jeder der Haschisch zum Sklaven verfällt, wird ein lebender Toter, vom
Schlafe gefällt. Während ein Korn den Verstand dir erweitert, ist der Maßlose an seiner Dummheit
zerschellt!"
Jan Cord Laudon 11c
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